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10. „Meine“? Kirche

Auch das Verständnis der Kirche hat sich gewandelt. Ist das eine Organisation, eine von Jesus gegründete (Lebens-? Glaubens-?)Gemeinschaft, die Verwalterin göttlicher Gnade oder die Vertreterin und Interpretin des göttlichen Willens hier auf Erden? Für die eigene Antwort auf solche Fragen sind nicht nur die Kirchengeschichte, die kirchliche Lehre und das christliche Glaubensbekenntnis zu berücksichtigen, sondern auch die Kritik an der Kirche und das zunehmende Auftreten anderer Religionen. Ist auch die Frage „Was habe ich von einer Mitgliedschaft in der christlichen Kirche?“ berechtigt? Welchen Wert hat die Lebensbegleitung der Kirche (u.a. mit Taufe, Konfirmation, Eheschließung, Bestattung)? Wie wirkt sich Kirche auf den eigenen Glauben aus?

Das Nachdenken darüber kann das eigene Verhältnis zu dieser Organisation bewusster, ergiebiger und aktiver werden lassen.

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Kirche: Gemeinschaft im Glauben

Viele Begriffe und Inhalte des christlichen Glaubens scheinen heute nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr der spirituellen Realität und Praxis zu entsprechen. Die Frage „Meine Kirche?“ lässt sich nicht mehr zufriedenstellend und angemessen nur mit Sätzen aus Luthers Katechismus beantworten. Deshalb muss neu über die Funktion und die Struktur von Kirche heute nachgedacht werden.

Meine Kirche, unsere, evangelische, christliche Kirche: Am einfachsten lässt sie sich als „Gemeinschaft im Glauben“ benennen – dann aber bleiben viele andere Bezeichnungen von Kirche außen vor: Kirche Jesu Christi, Kirche von unten, Volkskirche, Amtskirche, etc. Dazu kommen noch viele Etiketten, in denen das Wort Kirche gar nicht vorkommt, in denen es aber drinsteckt: Gemeinde, Gottesvolk, Gottesdienst, Konfession, Ökumene; oder in Verbindung mit anderen Namen steht und mit diesen zusammen den Begriff Kirche erweitert: Kirchentag, Kirchenjahr, Kirchengeschichte, Kirchensteuer. Schwer zu sagen also, was Kirche (für mich!) ist.

Trotzdem, sprechen wir von „Kirche“, ganz einfach so. Von dem, was wichtig ist zum Verständnis von Kirche – auch ganz persönlich: von meiner Kirche. Meiner? Einige der folgenden Abschnitten sprechen – meist am Anfang nach einer Überschrift – in der Ich-Form. Sie sprechen damit aber doch auch für andere mit. (Vielleicht wollen Sie mal ausprobieren, ob und wie sie sich mitsprechen und mitdenken lassen?)

Von Jesus ging es aus.

„Diese Kirche – ich bewundere sie wie ein Wunderwerk. Nur Religion lässt Derartiges wachsen. Dabei hat für mich die christliche Religion etwas Besonderes, ja Einzigartiges: ihre Schöpfungsfreude, ihre Menschennähe und ihre Zukunftshoffnung. Es war ein weiter und langer Weg von Palästina zu ‚meiner Kirche’ gegenüber. “

Jesus, ein Wanderprediger in Palästina, hatte geredet und gehandelt als einer, der Gott den Menschen nahebrachte („offenbarte“). Dabei meinte die Bezeichnung „Gott“ den Gott Israels, dem sich ein kleines Volk im Vorderen Orient anvertraut hatte, von dem es über tausend Jahre geführt wurde und dessen Willen – ständig aktualisiert – in heiligen Schriften niedergelegt war.

Jesus sammelte „Jünger“, Frauen gehörten auch dazu. Die Schar wurde die von Jesus überzeugte, ihm vertrauende Lebensgemeinschaft. Jesus wollte etwas Bestimmtes, nämlich den Willen des Gottes Israels „erfüllen“ und das Gottesreich bauen. Er wurde von seinen Leuten als Inkarnation dieses Gottes, als „Christus“ gesehen, als der langerwartete Befreier, Lehrer und Heiler des Gottesvolkes. In seinem Geist kam es zu einer neuen Gemeinschaftsbildung inmitten des jüdischen Umfeldes, aus dem diese Minderheit der Christus-Leute ausgegrenzt wurde. Für sie wurde im Anschluss an die Bezeichnung des Volkes Israel der Name „Ekklesia“ gebräuchlich – das profan-griechische Wort der Volksversammlung. Die Herausgerufenen. Dieses Wort steckt in „Kirche“.

Diese Gruppe hatte vom Jesus-Geist den universellen Auftrag übernommen, die ethnische Grenze zu durchbrechen. So war die Christus-Gemeinschaft, die christliche Kirche, von Anfang an international globalisiert. Ihre Gründungsgeschichte von Pfingsten ist die einer charismatischen Verkündigung, die von einer die ethnischen und sprachlichen Grenzen durchbrechenden Verständigung erzählt.

Ein kleiner Samen wuchs zu einem weitverzweigten Baum.

Für „Kirche“ – Gottesvolk und Christus-Gemeinschaft – finden sich in der Bibel viele Bildworte oder Umschreibungen, die Facetten des Wesentlichen aufgreifen:

  • das geistliche Haus, auf Petrus-Bekenntnis-Fels gebaut,
  • der Leib Christi, die Heiligen,
  • Versammlung im Namen Jesu (synagoge), später sagte man auch
  • Familie Gottes, Liebesgemeinschaft, civitas dei –
  • im Bekenntnis ausgesprochen als die eine, heilige, katholische (allgemeine/christliche) und apostolische Kirche.

Für die Reformation formulierte der Artikel 7 des Augsburger Bekenntnisses:

„Es müsse allezeit eine christliche Kirche sein und bleiben, „die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche […] Und es ist nicht zur wahren Einheit der christlichen Kirche nötig, dass überall die gleichen, von den Menschen eingesetzten Zeremonien eingehalten werden […]“

Wort und Sakrament, verstanden als Gottes Handeln, begründet und erhält die Kirche.

Manche Texte der Gesangbuchlieder sind für das Kirchenverständnis der Laien nachhaltiger als die der universitären Theologie, allerdings gegenüber neuzeitlichem Glaubensverständnis oft veraltet.

Der unterschiedliche Sprachgebrauch von „Kirche“ ist zu beachten: „Kirche“ kann sowohl den Gesamtkörper als auch seine Teile, also die Einzelgemeinde und Teile der Organisation meinen. Man sagt „Zur Kirche gehen“ und meint damit die Teilnahme an allem Gottesdienstlichen, das Verhältnis zur Einzelgemeinde. Man sagt auch: „Zur Kirche gehören“ und meint das in welcher Form auch immer geäußerte Bekenntnis zur Mitgliedschaft, das Verhältnis zur christlichen Religion. Doch bedenke: „Kirche“ in der Einzahl gibt es heutzutage nur in der Glaubenswirklichkeit. Ansonsten reden wir von Kirche gewöhnlich im Sinne von unserer Kirche, die sich immer nur als eine Teilgruppe verstehen kann oder ganz allgemein von dieser Gemeinschaft und Organisation.

Kirche kommt also von weit her, in und mit der Tradition. Dies prägt sie und wird sie auch in Zukunft prägen trotz der berechtigten Aufforderung zu Aktualität.

Wechselnde Geschichte, Entwicklung zur Organisation und Institution

Ich habe gelernt, dass die Kirche einer wechselvollen Geschichte ausgeliefert war und immer ist. Sie zeigt diverse Schwächen, sogar Abscheulichkeiten, beweist aber auch eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit und Erneuerungsstärke.“

Schon in den Anfängen ist in den Christengemeinden erkennbar, wie festere Strukturen wachsen. In den folgenden drei Jahrhunderten und im Kampf um ihre Legitimation gegenüber dem Judentum und der hellenistischen Umwelt bildete sich aus Orts- und Regionalkirchen eine allgemeine Kirche aus, deren Führung Rom übernahm. Aus unterschiedlichem Kontext sind uns aus der Anfangszeit die Paulusbriefe, die vier Jesusgeschichten, die Apostelgeschichte und andere Briefen und Schriften überliefert, die Einblick in die Entstehung der erste Gemeinden geben. Es sind auch Schriften erhalten, die die Existenz von Gruppen mit spezieller Überlieferung beweisen, doch in der größeren Kirchengemeinschaft keine Anerkennung fanden. Die Großkirche einigte sich auf eine Gruppe von Schriften, den „Kanon“, der das „Neue Testament“ genannt wurde. Das wurde die Grundlage des Glaubensbekenntnisses. Bibeltexte wurden oft als „Wort Gottes“ bezeichnet; sogar die Erklärungen einzelner Stellen in Predigten wurden so genannt. Das Wertbewusstsein der eigenen Tradition steigerte sich bis hin zu der Aussage, dass es außerhalb der Kirche kein Heil gebe (Cyprian, ca. 200–258 n.Chr.).

Die Auffassung des Neuen Testaments bildete auch die Auslegungskriterien für das jüdische Alte Testament, das nach christlichem Verständnis fest an das „Neue“ gebunden ist. Diese „Bibel“ erlangte Verbindlichkeit, sie formte die christliche Identität; sie ermöglichte auch eine differenzierte Vielfalt der Jesusauslegung.

So entstand die Kirche als ausgeformte Institution, die aber innerlich charismatisch-spirituell von der Jesusinterpretation bestimmt war. Gemeinsam war allen der Glaube an den Jesus, der gekreuzigt und auferstanden war und seinen Gruppen einen universalen Auftrag zur Mission hinterlassen hatte.

Historisch sind die Lebensringe der wachsenden Kirche zu erkennen: die Urgemeinde, die Kirche vor der konstantinischen Anerkennung, die Staatskirchen in Rom und Byzanz, die Kirchen der Reformationen, charismatische Gemeinschaften der Neuzeit. Nicht zu übersehen ist, wie die Kirchen durch politische bzw. gesellschaftliche Kräfte geprägt wurden; schon in der Frühzeit passte sich die Kirche an die Umwelt an. Das heutige Gesicht bekam die Kirche im Zusammenhang mit der Aufklärung, der Säkularisierung und der Postmoderne.

„Wie viel Kirche braucht der Staat“ lautete der Titel eines Vortrags von Kirchenpräsident Christian Schad (Speyer) Anfang Juli 2012. In unserem Zusammenhang hier könnte sie lauten: Wie viel Geschichte, wie viel Jesus braucht die Kirche? Oft haben Kirchenleute mit Berufung auf die Tradition und die Quellen der Glaubensgemeinschaft versucht, (nach ihrem eigenen Verständnis aber, immerhin) durch Erinnerung an die Geschichte die Kirchenmitglieder zusammen und beim Wesentlichen zu halten. Das geschah leider nicht selten mit Gewalt und mit wenig Offenheit für neue Entwicklungen. Wie viel und welche Kirchengeschichte und Berufung auf die Tradition braucht die Kirche? – Das muss eine ständig neu zu stellende Frage bleiben.

Von der Einheit der Jesusgemeinschaft hin zur konfessionellen Vielfalt

„Mich schmerzt, dass die Einheit der Jesusgemeinschaft nicht gehalten hat. Aber ich verstehe mehr und mehr, dass eine in allen Weltteilen existierende Gemeinschaft schwerlich in irgendeiner monarchischen, organisierten Weise zusammengehalten werden kann. Einheit ist auch in der Vielfalt möglich.“

Der kritische Wahrheitsdrang (auch im Blick auf Fehlentwicklungen in der Kirche wie Ablasshandel, Inquisition, Hexenverfolgung Missionierungseifer, Kriegsunterstützung, usw.), die Erfahrungen und die Erfordernisse in unterschiedlichen Situationen äußerten sich in konfessioneller Differenzierung und in einer Vielfalt, in der der eine Geist als schöpferisch tätig gesehen werden kann. Die Entfaltung des Christentums sollte als Stärke anerkannt werden, so schmerzlich oder ärgerlich sich Trennungen oder Spaltungen vollzogen.

Die mittelalterliche Spaltung in eine Ost- und eine Westkirche hatte politische, aber auch theologisch-spirituelle Gründe. Aus den Großkirchen heraus entstanden Freikirchen. Mennoniten, Methodisten, Baptisten, Adventisten, Pfingstkirchen zeigten, wie Kirchenkritik und Wahrheitsüberzeugungen Lebensformen bildeten. Was anfangs sektenähnlich aussah, konnte zur großen Bewegung werden. Mit ursächlich für die großen europäischen Auswanderungswellen (z.B. in die USA) gelangten sie zu großer politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Andere, wie „Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (die Mormonen) vertreten ernsthaft trennende Sondermeinungen.

Man wird das als Folge des Zeitgeistes verstehen müssen. Das Patchwork-Phänomen ist zwar beschwerlich, andererseits haftet dem oft und lebhaft geäußerten Einheitsbedürfnis im Grunde etwas Unrealistisches an. Ist eine Kirche mit mehr Einheit glaubwürdiger als eine Vielzahl sich mehr oder weniger gegeneinander abgrenzender „Konfessionen“? Das kommt doch hauptsächlich darauf an, wie man miteinander umgeht! Der Glaube kann viele Formen haben (Joh 14,1).

Die Eine Kirche ist in ihrem Grund verbunden durch ihren im Wesentlichen gleichen einen Glauben. Der Einheitsbitte Jesu gehorsam zu sein und Trennung zu überwinden, hat nicht zuletzt auch ein tieferes Wahrheitsverständnis ermöglicht. Der christlichen Einheit zu entsprechen, hat zur Ökumenischen Bewegung und in unseren Breiten zu einem verheißungsvollen ökumenischen Bewusstsein geführt. Auf der Ebene der Ortsgemeinden geschieht viel Ermutigendes, was „Oben“ noch nicht statthaft ist.

Was im Großen geschieht, zeigt sich auch im Kleinen. Auch innerhalb der Einzelkirchen ist Platz dafür, links oder rechts, orthodox/fundamentalistisch oder liberal orientiert zu sein.

Im Bemühen um mehr ökumenische Einheit brauchen wir den konservativen Kirchen nicht hinterher zu laufen. Eher liberale Kirchen können es aushalten, von anderen als nicht voll „Kirche“ eingestuft zu werden. Verbote der Kommunikation werden schon umgangen (z.B. bei der Zulassung zum katholischen Abendmahl) , Gehorsam und „Fraktionszwang“ stehen nicht mehr hoch im Kurs. Die unsichtbare („unsere“! geglaubte) Kirche aller Gläubigen ist schon und immer noch da und wird erlebt und erfahren. Allerdings:

Heutige Probleme der Kirche

„Bei den Problemen, die die Kirchen heute zu tragen und vor allem zu lösen haben, sehe ich eine zeittypische Undeutlichkeit des Kirchenbildes.“

In einer Ecke ist „Kirche“ eine verdächtige Einrichtung: staatsabhängig, mit Machtcharakter, verhärtet dogmatisch denkend. In einer anderen wird beklagt, dass „Kirche“ an Autoritätsverlust leidet, Mitglieder verliert, religionsarm erscheint. An dritter Stelle sieht man „Kirche“ im Modernisierungsbemühen Fronten zurücknehmend, Wesentliches opfernd. Anderswo zeigt sich „Kirche“ konservativ, kämpferisch entschlossen, keinen Fußbreit der Tradition aufzugeben.

Dazu kommt das Problem der Verbürgerlichung, was mehr bedeutet als den Verlust des Kontakts zur Breite der Bevölkerung. Die heute schwer herzustellende Verbindung der Jugend mit der Kirche droht zu einem Traditionsabbruch zu führen. Zu schwach gegen die Vorherrschaft der Medien über Lebensstil und Konsum haben es die Kirchen schwer mit ihren Denkanforderungen und Riten. Selbst bei den noch funktionierenden Amtshandlungen gelingt es nicht, vorhandenes religiöses Bedürfnis in intellektuelle Überzeugung zu verwandeln.

Auch wenn Zeitgenossen es oft fordern – Kirche kann nicht untadelig sein und für alles die perfekten Rezepte vorweisen. Dazu ist sie zu menschlich, dazu hinkt die große Organisation immer hinter den Veränderungen der Lebenswirklichkeit her.

Vom Auftrag Jesu her ist die Kirche als Arbeitsgruppe zu verstehen, die Gerechtigkeit, Frieden und Erhaltung der Schöpfung zum Ziel hat. Diese ethisch-soziale Dimension ist verbunden mit der vertikalen des Gottesglaubens. Beide zeigen sich im lebendigen Gottesdienst, der weithin als das Kernstück der Kirche angesehen wird. In spirituellen Ausdrucksformen wie Lob Gottes, Dank und Bitte im Gebet, Wort und Sakrament, hält sich Kirche offen für Wirkungen des Gottesgeistes. Veranstaltungen verschiedener Art lassen die Ziele der Kirche und die Methoden, sie erreichen zu wollen, erkennen.

Damit präsentiert Kirche ihren Gott als belebende Macht in der Öffentlichkeit. Im demokratischen Gefüge Westeuropas verfügt sie dank Mitgliederstärke und dem ethischem Potenzial (Zehn Gebote und Bergpredigt) über einen erheblichen politischen Einfluss. Als Institution oder mit der Stimme einzelner Christen mischt sie sich ein. Ihre politische Verantwortung kann sie in Parteien, aber auch gegen die herrschende political correctness wahrnehmen. Persönliche Erbauung, Sinnfindung und Sinnpflege ist ihre Sache, die ebenso dem inneren Halt der Gesellschaft wie auch den oft Vereinzelten dient. Die in der Gesellschaft stark verankerten sogen. Amtshandlungen bieten Lebensbegleitung (deren Form und Verständnis sind stark erneuerungsbedürftig). Die Kirche ist, stabilisierend oder kritisch, eine dienstleistende Einrichtung für individuelle und kollektive Bewusstseinsorganisation – nicht nur für Mitglieder (die in der Sprache des Glaubens „Glieder“ genannt – also als lebendiger Organismus gesehen werden). Die diakonische Arbeit ist weitgefächert und immer noch bzw. immer wieder auch im Blick auf die elementarsten Nöte in den Krisengebieten aller Welt einer der wichtigsten Dienste, die Kirche in unserer Gesellschaft leistet.

Religiöser Pluralismus – gut für die Kirche. Und ihre Mitglieder.

„Neu herausgefordert werden die Christen und die christlichen Kirchen durch die anderen Weltreligionen, in unserem Land nicht nur durch das Judentum und den Islam.“

Der Buddhismus gewinnt Freunde, der Hinduismus auch. Der Konfuzianismus wird kommen. Ist der Missionsauftrag dialogisch möglich? Das Wahrheitswissen hat sich gewandelt, und die Bibelforschung erklärt die Behauptung von der Exklusivität des Christusanspruchs als einen Versuch (unter vielen), von Gott zu reden. In ihrer Sprache und ihrem Anspruch wird die Kirche sich deswegen bescheidener und vorsichtiger verhalten.

Mit Hoffnung und Interesse ist zu beobachten, dass sich in der Kirche selbst neue Formen von Glaubenserfahrung und –ausdrucke entwickeln. Es geht auch ohne mythologische und sehr menschlich gedachte Gottesvorstellungen; neue religiöse Lieder sind entstanden, es gibt Gottesdienste für Motorradfahrer, Bergsteiger und Senner hoch in den Alpen usw. Kirche ist in Facebook, Twitter und Internet präsent und Konfirmanden lernen, was Kirche ist, nicht mehr über auswendig hergesagte Katechismusstücke, sondern (auch) in Praktika z.B. in diakonischen Einrichtungen kennen. Das erscheint vielen ungewohnt, ist aber eine Bereicherung, Anregung und Einübung, Pluralität auch außerhalb der Kirche wahrzunehmen und wertzuschätzen.

Beziehungen zu Kirche

„Ich halte die Frage „Was habe ich von der Kirche?“ für durchaus berechtigt. Sie kann zu einem weiterführenden Verständnis ihres Wesens führen und eine Verbesserung der Qualität kirchlicher Arbeit bewirken.“

Das Verhältnis von Individuen und Gruppen zu Kirche ist schwer zu bestimmen. Es ist zunächst danach zu fragen, ob Kirche (theologisch) als geistiges Großsystem oder als Einzelorganisation (Denomination) verstanden wird. Zur Klärung der eigenen (mehr oder weniger formalen) Beziehung zur Kirche ist dann zu unterscheiden zwischen Formen der Zugehörigkeit und den damit verbundenen Rechten und Pflichten bzw. Nutzen und Abhängigkeiten. Beziehungen zu Kirche kommen auf unterschiedliche Art zustande (Tradition, Taufe, Erziehung, Theologie, Information, Bildung, Eintritt, u.a.) und bestehen aktuell in Teilnahme an kirchlichen Aktivitäten, Bekenntnis, Kritik, materieller Unterstützung, u.a. . Die Frage „Was habe ich von der Kirche?“ ist durchaus berechtigt und führt zu einem weiterführenden Verständnis ihres Wesens (zu dem auch die religiöse Dimension gehört, die sich nicht in Kategorien wie Nutzen und Nachteil erfassen lässt). Wenn sie in der kirchlichen Praxis ausführlicher vorkommen würde, könnte das auch eine Verbesserung der Qualität kirchlicher Arbeit bewirken und eine gute Werbung für aktive Beteiligung sein.

An neue und verschiedene Formen der Beziehung zur Kirche ist zu denken wie z.B. Teilmitgliedschaften, zeitliche und/oder inhaltliche Begrenzung, Kooperation mit anderen Gruppen oder Angehörigen anderer Religionen.

In der geistigen Beziehung zur geglaubten Kirche sind mehr individuelle Verständnisweisen möglich als früher. Bei entsprechender Offenheit, Toleranz und Verständigung würden sie kreativ wirken.

„Kirche begegnet den Menschen als Raum. Als weiter, offener Raum der größeren Wirklichkeit.“

Für das Verständnis von Kirche war in den Großkirchen immer der Gemeinderaum wichtig. In der Öffentlichkeit steht der Kirchenbau als städtebauliches Zeichen. Architektonisch geprägt von der Praxis des Gottesdienstes, der Liturgie, bildet der Versammlungsort „Kirche“ nicht nur in den Groß-Städten einen öffentlich zugänglichen Ort, der zwanglos eine Gegenwelt der Stille und inneren Konzentration anbietet. Erinnernd und bergend ist er Schutzraum, dessen künstlerische Innengestaltung den Worten der Kirche eine Sprache eigener Art verleiht. Die Kosten dafür wurden und werden aufgebracht, auch wenn die Kirchen heute viele neue Räume und praxisorientierte Raumformen dazu bekommen haben (nicht nur sog. Gemeindehäuser).

Vielversprechend, manchmal auch problematisch ist der vor allem in den neuen Bundesländern unternommene Versuch, herkömmliche Kirchen gemeinsam mit der Ortsgemeinde (z.B. als Rathaus) und Verbänden bzw. Vereinen zu nutzen und dafür umzubauen.

Im übertragenen Sinn eröffnet die Kirche nicht nur ihren Mitgliedern „Raum“ in Betätigungsfeldern, in denen (insbesondere ehrenamtlich) viel Hilfreiches geleistet werden kann.

Aber auch Ämter gibt es in der Kirche als Organisation und großer Arbeitgeberin („danke, für meine Arbeitsstelle“ heißt es in einem vielgesungenen Lied). Manchmal werden sie, dem Verständnis der Kirche entsprechend, Dienste genannt, auch wenn es sich um Leitungsaufgaben handelt. Bei deren Ausübung wird nicht immer (ausreichend) daran gedacht, dass auch Priester und Oberkirchenräte meine Brüder sind und die Bischöfin meine Schwester ist. Das Amtsverständnis der katholischen Kirche ist ziemlich exklusiv (nur der Priester kann die Eucharistie gültig darbringen), aber glücklicherweise nicht überall.

„Die Außensicht auf Kirche ist zu beachten!“

„Ich sehe Kirche auch selbst oft von außen: Historisch, soziologisch, rechtlich, organisatorisch, politisch, … Aus der Distanz. Kritisch. (Das mag und kann nicht jede/r). Auch aus dieser Sicht zeigt sich mir Wesentliches und Liebenswürdiges, Menschlich-Allzumenschliches. Ich nehme mit in die Kirche hinein, was ich von außen sehe.“

Soziologisch ist Kirche eine stark strukturierte Organisation mit Personal von beamteten und freien Mitgliedern, Pastoren und Laien, mit einer Hierarchie, mit Machtgefälle, Kirchensteuer, Kirchenzucht, unterschiedlichen Betätigungsfeldern, Mitgliederbewegung.

Politisch-gesellschaftlich wird sie kritisch als Machtrelikt verdammt oder als Wertegeberin anerkannt und gerne für Eigeninteressen instrumentalisiert (Thron und Altar).

Über „Kirche“ wird je nach Kontext und Interesse geredet. Ein Liebhaber redet anders von ihr als ein Feind oder einer, der sie kühl analytisch untersucht.

Das Reden von „der“ Kirche bedarf also jeweils genauer Beobachtung. Die Ortskirche ist abhängig von dem Bild, das die Gesamtkirche abgibt (das ist nicht anders als in der Politik). Mancher tritt aus „der“ evangelischen Kirche aus, weil ihm der Papst missfällt… Der Austritt ist ein Indiz für die Bindungsschwäche der Ortsgemeinde und weist auf Bildungslücken hin.

Mitglied einer Kirche ist, bleibt oder wird man nicht nur oder hauptsächlich wegen der Zustimmung zu ihrem Glaubensbekenntnis, sondern zur Fortsetzug der Tradition, um der Kasualien willen (Bestattung!) und der Kinder wegen. Die Wertschätzung ihrer Dienstleistung (Seelsorge, Stärkung der Spiritualität, ethisches Engagement, Diakonie) ist nicht nur bei den aktiven Mitgliedern hoch.

Kritik an der Kirche wird zunehmend Ernst genommen, führt aber kaum zu entsprechenden Veränderungen.

Hauptargumente der gegenwärtigen Kritik an der Kirche sind u.a.:

  • Lehre und Predigt der Kirche seien veraltet und weltfremd.
  • Die Dienstleistungen der Kirche werden von vielen Menschen nicht mehr in Anspruch genommen, weil sie durch Wissenschaft und Technik überholt und z. T. von anderen Organisationen übernommen worden sind.
  • Die Kirchen haben Kriege nicht verhindert und statt dessen Waffen gesegnet.
  • Die Kirchen mischen sich zuviel in Politik ein.
  • In manchen Gruppen: In den Großkirchen ist die „reine Lehre“ nicht mehr in Geltung.

„Gründe für und gegen einen Austritt aus der Kirche

zeigen viel vom Verständnis der Kirche als einer religiösen und weltlichen Organisation.“
(Nachfolgend auch einige, die seltener genannt werden):

   Gründe für einen Austritt Gründe gegen einen Austritt
  • Einsparung der Kirchensteuer.
  • Was geglaubt werden soll ist intellektuell obsolet.
  • Ehrlichkeit, die innere Einstel­lung auch durch formale Konse­quenzen zum Ausdruck zu brin­gen.
  • Freie Verfügung über den bisher gezahlten Betrag der Kirchensteuer für ähnliche Zwecke z.B. auf lokaler Ebene.
  • Druck auf die Kirche, um Reformen und Anpassung an die gesellschaftlichen Verän­de­r­­un­gen zu erreichen.
  • Verringerung des kirchlichen Einflusses auf Gebieten, wo er für hinderlich gehalten wird (z. B. in der Erziehung).
  • Eine Inanspruchnahme der Kirche erscheint auch ohne Mitgliedschaft möglich und gerechtfertigt.
  • Demonstration der Abwendung vom christlichen Glauben bzw. seinen Ausprägungen als Hinweis auf die Notwendigkeit neuer Orientierungs­formen, die der veränderten Situation ent­sprechen.
  • Zu wenig Möglichkeiten für direkte Mitarbeit im Entschei­dungsbereich. Man will nicht immer nur Konsument sein.
  • „Glaube Ja, Kirche Nein!“
  • Die Kirche wird nicht mehr gebraucht. Andere Einrichtun­gen haben ihre Funktion übernommen.
  • Die Kirche ist alles andere als eine „Gemeinschaft der Heiligen“.
  • Der Kirchenaustritt bedeutet zwangsläufig auch eine Absage an die von der Kirche vertrete­nen Werte und Ziele.
  • Die Leistungsfähigkeit der Kir­che wird dadurch verringert, möglich­erweise so weit, dass wesentliche Funktionen für den einzelnen und für die Gesell­schaft unterhalb einer gewissen Größenordnung überhaupt nicht mehr erfüllt werden können.
  • Verlust der wirksamen Vertretung religi­öser, ethischer Aus­sagen und Fragen auf lange Sicht. Es besteht die Gefahr, dass bestimmte Werte und Ziele von einer mitglieder­reduzier­­­­ten Kirche nicht mehr wirksam vertreten werden können.
  • Verlust einer Beziehung zu dieser Gemein­schaft.
  • Verlust des Anrechtes auf Amtshandlungen.
  • Die bisher von der Kirche erbrach­ten Leistungen auf sozi­alem und gesellschafts­politischem Gebiet (Erziehung, Diakonie) müssten unter erheblichem Auf­wand von der Gesellschaft übernommen werden.
  • Verantwortung für das Perso­nal und die Einrichtungen der Kirche. Unterstützung der Fort­schrittlichen oder der Konser­vativen, wenn man als Vertreter einer der beiden Positionen in der Kirche bleibt.
  • Die jetzige Krise der Kirche kann vorübergehend sein. Er­neuerung ist möglich. Man traut sich zu, an der Erneuerung mitzuarbeiten.
  • Die Vor- und Nachteile der jetzigen Kirche sind bekannt, die einer anderen Organi­sationsform ähnlicher Größe nicht.
  • Die Kirche ist noch nicht genü­gend auf eine Mitgliederreduktion vorbereitet.

Kirche zwischen Tradition und Vision

„Kirche, die Gemeinschaft der Glaubenden, ist im Blick auf die Vergangenheit wichtig als Hüterin ihrer beachtlichen Tradition, im Blick auf die Gegenwart als Reservoir von Lebensnotwendigem und Lebensdienlichem, im Blick auf die Zukunft als Schlüssel für Hoffnung und Glück.“

In ihrem Ritus feiert die Kirche Gott und die Gemeinschaft mit ihm. Hier ist das Band der Gemeinsamkeit zu pflegen, in „Wort und Sakrament“, in Grundtexten, Liedern und dem Raum, der Gott- und Selbstfindung bietet. Dabei wird heute der Spitzensatz „Wort und Sakrament“ nicht mehr exklusiv christologisch verstanden. Entdeckt wird und Gehör findet die Sprache des Schöpfers auch in der Natur. Die Kunst, besonders die Musik und das Bild, hatten immer eine unmittelbare Beziehung zur Gottesnähe. Der moderne Mensch mit seiner Sehnsucht lebt aus verschiedenen Zugängen zum Religiösen. Indem die Kirche diese zum Teil diffusen Eindrücke aufnimmt und bearbeitet, erweitert sie ihren Deutungsbereich erheblich.

Die Tradition darf die Offenheit für Erneuerung nicht einschränken. Visionen sind überlebensnotwendig für die Kirche als Organisation und Gemeinschaft von Glaubenden.

Neues in der Kirche gibt es – in der Gemeinschaft des Glaubens

„Kirche ist eine Gemeinschaft, in der es vor allem anderen um den Glauben und die ihm entsprechende Lebensgestaltung geht. Im Glauben erfahre ich sowohl die Nähe Gottes als auch seine Fremdheit. Glaube geht oft gegen mein eigenes Wünschen und Meinen.“

„Ich glaube an Gott“ heißt: Ich glaube ein Paradox. Denn Kreuz und Auferstehung haben im Kern etwas, das uns gegenüber quer steht. Glaube zielt auf das kommende „Reich“, doch das schließt den Wüstenmarsch ein. Wir tun vielleicht nichts Gutes, wenn wir dem von Glaube und Kirche distanzierten modernen Menschen das Christliche leichter machen wollen. Die traditionellen Antworten auf die Gottesfrage mögen abgegriffen scheinen, doch neue sind schwer zu geben, wenn sie denn die Fremdheit Gottes nicht verlieren wollen. Die Folgen von entgegenkommender Vereinfachung sind nicht abzusehen. Die Kirche nur als Humanitätspflegerin des 21. Jahrhunderts zu sehen, greift zu kurz.

Welcher Zukunft die Kirche – in welcher Form immer – entgegengeht, ist ungewiss. Religion wird es immer geben, das Offensein für eine Transzendenz ist ein Existential, ihre Existenz in der Gestalt heutiger Kirchen jedoch nicht. Aber „christliche Religion ohne Kirche“ erscheint religionspsychologisch als unwahrscheinlich. In der Jesus-Botschaft steckt soviel Salz und Licht, dass an dem Bestand nicht gezweifelt werden muss. Nur: Der Ausprägung von Kirche als öffentlich anerkannter Gruppierung stehen viele Kräfte entgegen, und verheißen ist den Christen diese Lebensform nicht.

Letzten Endes wird sich die Weiterexistenz der Kirche daran entscheiden, ob sie dem, was Jesus Christus in Rede und Tat lebte, treu bleibt und Jesu Gottesglauben verständlich und glaubhaft ihrem Umfeld mitteilen kann. Das ist ein Sprach-, aber vor allem ein Haltungsproblem.

„Ist Träumen erlaubt? Von Christen verschiedener Berufe und jeden Alters, die gegen die Vereinzelung der Moderne angehen, sich in einem Stadtviertel konzentrieren und locker eine Wohngemeinschaft praktizieren. Es ist der Versuch, das Christentum im 21. Jahrhundert deutlicher zu leben. Der Mut zu einer gewissen Entweltlichung gehört dazu. Aus sozialistischen oder Ordens-Modellen nahmen sie Realisierbares, vielleicht ist der Kibbuz ein brauchbares Beispiel, aus dem Beamtensystem der Großkirche haben sie sich freundlich ausgeklinkt. Ihr Lebensstil ist weltoffen und partizipativ, keinesfalls ghettoartig, doch sind sie erkennbar. Sie haben eine Insel gegründet, nicht mehr, die aber über Brücken zugänglich ist.“

Nur ein gelebtes Christentum ist überzeugend, weshalb auch von christlichen Märtyrern oder gar „Heiligen“ zu erzählen ist. Die simple Frage: „Was habe ich von (der Mitgliedschaft in) einer Kirche“ braucht eine einfache Antwort, die die Kirchengemeinschaft, aber mehr noch die einzelnen Christen zu geben in der Lage sein sollten, auch auf die Zweifel und die Kritik, und das nicht zuletzt beim Thema „Kirche“. Dafür brauchen wir wieder Versuche, die den eigenen Glauben zeitgemäß formulieren. (Die Texte dieser „Kernfragen des Glaubens“ wollen dazu beitragen). Die Schärfe der Gebote und das Befreiende der Jesusbotschaft brauchen nachsprechbare Formulierungen. Eins sollte dabei deutlich gemacht werden: Jeden Kirchenaustritt respektiert die Kirche. Aber sie sieht ihn nicht als unwiderruflich an.

Die Kirche lebt von Jesusinterpretationen, seien sie kanonisch oder nicht. So ist das christliche Wahrheitsangebot zu verstehen. Grundsätzlich ergibt das nur Vorläufiges. Das jedoch als Schwäche oder Unsicherheit einzuschätzen, wäre falsch. Die Vorläufigkeit hat eine eigentümliche Stärke: sie ist offen für den Dialog und ermöglicht Lernfähigkeit. Die Unmöglichkeit, das Jesusbild scharf zu stellen, macht es kommunikativ. Unsere hergebrachte Dogmatik mit den fixierten Bekenntnisformeln hat uns das gemeinsame Glauben schwer gemacht. Wir brauchen Toleranz, müssen Unterschiede aushalten, Grenzen verhandeln.

Eine neue Art von Kirchengemeinschaft muss sich durchsetzen, die eine breite Vielfalt erlaubt, weil sie Individuation respektiert. So global sie zu denken versteht, so persönlichkeitsbezogen ist sie lokal. Ihre „Gemeinden“ sind offene Gemeinschaften. Das Missverständnis, nur eine private religiöse Sekte zu sein, wird dann nicht aufkommen.

Ihre Verantwortung ist bei allem, Brückenbau zu betreiben, nach innen und nach außen. Dies ist in ihrer Verkündigung, ihrer Seelsorge, ihrer Diakonie und ihrer ökumenischen Einstellung auszuarbeiten und einzuüben. Ihr Wesen aber hält in ihr eine positive Grundhaltung aufrecht, die fröhliche Überzeugung ihres Glaubens. Das heißt also, wie schon immer, ihre Orientierung an Jesus, dem Weg in eine neue Zukunft auch für die Kirche.

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